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Ganzheitsmedizin – das Wesen mit vielen Gesichtern
Die sogenannte „Ganzheitsmedizin“ oder „Komplementäre Medizin“ hat viele Gesichter, eigentlich unzählige. Die Palette reicht von obskuren, magisch-esoterischen Praktiken bis zu Methoden, die wissenschaftlich voll gesichert sind, wie der Akupunktur.
In diesem weiten Feld einen Überblick zu behalten, ist schier unmöglich. Die folgenden Zeilen wollen Ihnen in Kürze die wichtigsten Informationen zu den bewährtesten und bekanntesten Methoden der Ganzheitsmedizin liefern.
Vorweg noch zwei allgemeine Tips für alle, die sich gerne einer solchen Behandlung unterziehen möchten.
1. Tip: Achten Sie im eigenen Interesse darauf, daß Sie sich nur in die Hände eines sehr gut ausgebildeten Therapeuten begeben. Es bestehen gravierende Unterschiede in der Qualität und Länge der einzelnen Ausbildungen. Ärzte können in diesem Zusammenhang im Vergleich mit Heilern aller Art auf eine unvergleichlich intensivere Ausbildung verweisen. Die Österreichische Ärztekammer hat für einzelne Methoden zur Sicherheit der Patienten exakte Lehrpläne erstellt, nach denen unterrichtet und geprüft wird. Nach Abschluß aller Kurse und Absolvierung der entsprechenden Prüfung erhält der Arzt sein Spezialdiplom, z.B. „Diplom für Akupunktur“, welches am Arztschild geführt wird.
2. Tip: Lassen Sie sich nur von einem Arzt behandeln, der ein unverkrampftes Verhältnis zur „Schulmedizin“ hat. Begeisterung für die Ganzheitsmedizin darf, so glaube ich, nicht dazu führen, daß alles andere verteufelt wird. Dadurch kann in verschiedensten Sachlagen ein beträchtlicher Schaden für den Patienten gesetzt werden! Jeder Patient sollte idealerweise bereits vor Beginn einer ganzheitsmedizinischen Behandlung perfekt schulmedizinisch abgeklärt sein. Nur dann, wenn es nicht zum Schaden des Patienten ist und wenn der Arzt mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen kann, daß er einen Erfolg erzielen wird, sollte die ganzheitsmedizinische Alternative gewählt werden. In vielen Fällen werden sinnvollerweise schul- und ganzheitsmedizinische Methoden gleichzeitig, ergänzend, angewandt und damit der beste Nutzen für den getroffenen Menschen erzielt.
Top^Die Akupunktur geht davon aus, daß ein gesunder Organismus von der sogenannten Lebensenergie perfekt gesteuert und im Zustand der Harmonie erhalten bleibt. Wenn nun krankmachende Einflüsse auf den Organismus prasseln, kann er diesen eine Weile standhalten. Sobald diese pathologischen Einflüsse die Oberhand gewinnen, entwickelt sich eine Erkrankung mit ihren Symptomen. Der Akupunkturarzt versucht nun, über Reizung gewisser Punkte die Lebensenergie wieder zu stärken und ihren Fluß durch die sogenannten Meridiane anzukurbeln. Die Meridiane überziehen den Körper wie ein Netz und transportieren die Energie genau dort hin, wo sie gerade gebraucht wird.
Damit gelingt es im Idealfall, nicht nur die Symptome einer Erkrankung zu beseitigen, sondern den Patienten nachhaltig und auf Dauer zu stärken. Dabei wirkt die Akupunktur nicht nur auf den Körper, sondern auch auf die Psyche harmonisierend ein. All das kann bei richtiger Anwendung erreicht werden, ohne Nebenwirkungen zu riskieren.
Wie kommt es nun dazu, daß Nadelstiche so gravierende Effekte auslösen?
Über das Nervensystem besteht eine Verbindung zwischen dem erkrankten Organ und einzelnen Akupunkturpunkten. Je mehr das Organ in die Krise hineinschlittert, umso auffälliger werden die Punkte: Sie werden immer druckschmerzhafter, sie werden immer besser durchblutet, sie weisen immer weniger Widerstand gegenüber elektrischem Strom auf usw.
Die Idee der Akupunktur ist nun, über die Punkte, die offensichtlich mit der Erkrankung im Zusammenhang stehen, auf das betroffene Organ einzuwirken. Dies geschieht üblicherweise durch Einstechen von Nadeln, aber auch durch Drücken (Akupressur), Wärmebehandlung (Moxa), Strom (Elektroakupunktur) oder durch Laser (Laserakupunktur). Der gesetzte Reiz wird über das Nervensystem ins Rückenmark und weiter in das Gehirn geleitet, dort kompliziert verarbeitet und schließlich wieder über das Nervensystem an das erkrankte Organ weitergeleitet. Dort werden Heilungsmechanismen in Gang gesetzt, die Durchblutung angeregt, Schlacken abtansportiert, der Stoffwechsel aktiviert, das Immunsystem angeregt usw. Sogar das Hormonsystem wird in das Geschehen mit einbezogen und verschiedenste Steuersubstanzen freigesetzt. Die Berühmteste ist das Endorphin, welches wie Morphium eine extreme Herabsetzung der Schmerzempfindung und gleichzeitig eine psychische Beruhigung bewirken kann. Durch diesen Stoff ist es möglich, daß unter Akupunktur sogar große Operationen (Kaiserschnitt, Lungenoperationen, Hirnoperationen usw.) möglich sind und weitgehend schmerzfrei absolviert werden.
Das Einsatzgebiet der Akupunktur ist aufgrund der Vielzahl an positiven Effekten im Organismus sehr groß: Vor allem Schmerzen können gut beherrscht werden (Kopfschmerz, Gesichtsschmerzen, Wirbelsäulenschmerzen, Schmerzen der inneren Organe, Schmerzen nach Operationen, Rheuma usw.). Funktionsschwache Organe können wieder aktiviert werden (Anregung der Lungenfunktion, des Herzens, der Verdauungsorgane, der Hormondrüsen, des Kreislaufsystems usw.). Allergien können wesentlich gemildert werden. Weiters bewährt sich die Akupunktur bei: Auffälliger Infektanfälligkeit, chronische Müdigkeit, Schlafstörungen, Asthma und psychischen Störungen um nur die Wichtigsten zu nennen.
Prinzipiell kann man sagen, daß die Akupunktur immer dann zum Einsatz kommen kann, wo etwas nicht richtig funktioniert, wo die Funktion eines Organs oder Körperteils gestört ist. Sie kann aber nicht wirken, wenn Organe oder Körperteile zerstört und nicht mehr reparabel sind. Ganz besonders stößt sie an ihre Grenzen bei neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen.
Interessant war die Erkenntnis eines Grazer Forscherteams, die als sehr wahrscheinlich darstellen konnte, daß „Ötzi“ bereits vor 5200 Jahren akupunktiert wurde. Man fand nämlich am der Mumie vom Hauslabjoch 47 Tätowierungsstellen, die zu einem hohen Prozentsatz genau an den Stellen liegen, die auch heute noch bei Kreuz- und Gelenksschmerzen gestochen würden. Und genau an diesen Problemen litt der für seine Zeit mit 46 Jahren bereits alte Mann „Ötzi“, wie man aus entsprechenden, medizinischen Untersuchungen weiß. Stammt Akupunktur also aus Mitteleuropa, gar aus Österreich. Wer weiß!? Mehr dazu unter: Ötziforschung
Top^ Die Ohrakupunktur ist eine junge, westliche Variante der Traditionellen Chinesischen Akupunktur. Sie entstand in den 50er Jahren in Frankreich und zeichnet sich durch ein klares, pragmatisches System aus. Die Wirkungsweise und die Anwendungsbereiche sind denen der Akupunktur ähnlich. Sie bietet den Vorteil, daß mit einer Spezialtechnik auch Diagnostik betrieben werden kann. Dabei gelingt es, Störherde aufzudecken, Giftstoffbelastungen zu erkennen und Vitamin-, Mineralstoff und Spurenelementmängel zu diagnostizieren. Diese besondere Weiterentwicklung nennt man „Aurikulomedizin“.
Top^ Der Grundgedanke der Homöopathie überrascht: Sie behauptet, daß ein Mittel eine Krankheit heilen kann, die Symptome zeigt, als hätte man dieses Mittel eingenommen. Der Unterschied besteht in der „Dosis“ – ein Mittel macht in einer hohen Dosis die Krankheit; eine Krankheit mit den gleichen Symptomen wird durch das gleiche Mittel geheilt, wenn die Dosis sehr klein ist. Dabei ist aber wichtig, daß das Mittel nicht nur verdünnt, sondern auch „potenziert“ wird. Das Potenzieren geschieht durch Verdünnen und gleichzeitiges Verrühren oder Verschütteln des Gemisches (z.B. 1:10, dadurch entstehen die D-Potenzen, also D 6 oder D12 oder 1:100, dadurch entstehen die C-Potenzen wie C 6 oder C 12). Durch diesen Prozeß entstehen die homöopathischen Arzneien. Das mechanische „Anregen“ des Materials ist scheinbar entscheidend dafür, daß die Information des Mittels von einer Potenz zur anderen weitergereicht, ja sogar verstärkt wird. Dadurch kann das Phänomen auftreten, daß in Arzneien über D 23 überhaupt keine Materie mehr vorliegt, sehr wohl aber die Information in einer besonders kräftigen Ausprägung. Der homöopathische Arzt fragt den Patient nach seinen Symptomen, untersucht und beobachtet ihn und versucht zu erkennen, welches der vielen, bekannten Mittel in hoher Dosis genau diese Symptome verursachen würde. Dieses Mittel wird dann in verdünnter, potenzierter Form als Arznei verabreicht. Dabei wirken die niedrigen Potenzen von D 3 bis D 18 eher auf körperliche Symptome, eher nur kurz und symptomatisch, die hohen Potenzen von D 24 bis D 1000 und höher auf die konstitutionellen Anlagen eines Menschen und auf seine Psyche. Die hohen Potenzen wirken zudem sehr lang und tiefgreifend. Die homöopathischen Arzneien werden häufig in Form sogenannter Globuli, also Kügelchen, verabreicht. Aber auch Tropfen, Salben, Einreibungen, Ampullen zur Injektion sind als Darreichungsform üblich. Die Anwendungsmöglichkeiten der Homöopathie sind fast unbegrenzt. Es gibt kaum eine Erkrankung, bei der ein Versuch mit homöopathischen Arzneien nicht sinnvoll wäre. Dabei gilt aber, wie bei der Akupunktur, daß sie bei allen Störungen der Funktion wirkt, nicht aber, wenn Organe oder Körperteile zerstört sind. Wichtig ist, daß bei besonderer Schwere der Störung oder Nichtansprechen auf die Arzneien die schulmedizinische Behandlung als „Notbremse“ eingeplant sein soll.
Top^ Neuraltherapie: Eine Methode, die man als „europäische Akupunktur“ bezeichnen könnte, ist die Neuraltherapie. Bei dieser in den 20er und 30er Jahren in Deutschland entwickelten Methode werden Punkte nicht nur gestochen, sondern zusätzlich Wirksubstanzen injiziert. Wie bei der Akupunktur versucht man, besonders schmerzhafte, verspannte und verquollene Punkte aufzusuchen. Dann wird in diese Punkte ein sogenanntes Lokalanästhetikum (ein lokal wirksames Schmerzmittel wie beim Zahnarzt) injiziert. Dabei kann entweder ganz oberflächlich gestochen werden (Quaddeln) oder tief ins Gewebe (Infiltration). Zum Unterschied von der Akupunktur werden allerdings nur Punkte in der Nähe des Problems gestochen und keine sogenannten Fernpunkte, die in der Akupunktur immer dazu gegeben werden, die aber fernab vom Problem liegen. Ein besonderes Verdienst der Neuraltherapie ist die Erkenntnis, daß Krankheiten durch sogenannte „Störherde“ ausgelöst sein können. Darunter versteht man Narben, kranke Zähne, entzündete Mandeln, Nasennebenhöhlen, Entzündungen aller Art usw. Diese Störherde schaffen es, dem Organismus ständig Kraft zu entziehen, sie schädigen ihn wie z.B. ein dauernder Kriegsschauplatz einem Staat schadet. Wie ein Faß mit einem Loch verliert ein Mensch mit einem Störherd andauernd Lebenskraft. Wenn es gelingt, den richtigen Störherd aufzudecken, kann in Sonderfällen innerhalb von Sekunden („Sekundenphänomen“) eine Erkrankung geheilt werden. Als Anwendungsgebiet sind für die Neuraltherapie vor allem Schmerzen aller Art zu nennen. Aber auch Probleme unklarer Art, die durch einen Störherd ausgelöst sein könnten, sind ein idealer Einsatzbereich dieser Methode.
Top^ Manuelle Medizin („Chirotherapie“):Wenn ein Mensch von einem Hexenschuß geplagt wird, dann ist der schnellste Weg zum Erfolg die Manuelle Medizin oder Chirotherapie (Manuelle Medizin ist die ärztlich-medizinische Variante). Mit einem raschen Griff an der richtigen Stelle der Wirbelsäule und dem berühmten „Knackser“ gelingt es oft in wenigen Sekunden, einen Menschen wieder aufzurichten und voll bewegungsfähig zu machen. Doch nicht nur an der Wirbelsäule entfaltet die Manuelle Medizin ihre Möglichkeiten – jedes Gelenk des Körpers kann mittels spezieller Handgriffe gelockert und wieder bewegungsfähig gemacht werden. Das Einsatzgebiet der Manuellen Medizin ist somit vor allem: Schmerzen am Bewegungsapparat. Interessanterweise wirkt die Lösung von Wirbelblockierungen aber auch auf innere Organe positiv ein, denn die einzelnen Rückenabschnitte sind über Nervenreflexe mit den Organen gekoppelt. Ideal ist die Ergänzung mit Physiotherapie, weil damit gleich nach der Behebung der akuten Beschwerden eine Vorbeugung gegen ein Wiederauftreten der Probleme mittels gezielter Gymnastik betrieben werden kann.
Top^ Bachblüten: In den 20er Jahren wurden in England von Dr. Bach die Bachblüten als Variante der Homöopathie gefunden. Sie sind eine Möglichkeit, psychische Belastungen eines Menschen mit sanften Mitteln in den Griff zu bekommen. Bach fand 38 Blüten, die unterschiedlichste, psychische Probleme verbessern können, z.B. Angst in den verschiedensten Ausprägungen, Unruhe, Depression usw. Jede der 38 Blüten hat ein eigenes, psychisches Bild, auf welche sie besonders gut einwirken kann. Die Bedeutung der Bachblüten ergibt sich vor allem dadurch, daß auch scheinbar körperliche Probleme häufig ihre eigentliche Ursache versteckt im Psychischen und damit im Wirkungsbereich der Bachblüten haben. Der Bachblütentherapeut versucht in einem intensiven Gespräch so exakt wie möglich das Problem eines Menschen zu erkennen und die optimale Blütenkombination zusammenzustellen. Die ausgewählten Bachblüten werden üblicherweise als Tropfen eingenommen. Das Einsatzgebiet der Bachblüten ist sehr groß: Von klar ersichtlich psychischen Störungen bis hin zu unklaren Erkrankungen, wo die Psyche nur versteckt eine Rolle spielt, können sie ihre Wirkung entfalten. Besonders wirksam sind sie bei empfindsamen Personen und Kindern (z.B. Unruhe, Schlafstörungen usw.).
Top^ Magnetfeldtherapie: Einer der wichtigsten, positiven Einflüsse, den wir täglich in uns aufnehmen, ist das Magnetfeld der Erde. Durch seine Polung gibt es unserem Organismus eine Ausrichtung vor, wie eine Schablone wirkt es ordnend auf uns ein. Erkrankte Körperteile und Organe haben einen besonderen Bedarf an ordnenden Einflüssen. Erst mit Hilfe von Leitlinien, die aus einem starken Magnetfeld kommen, findet Heilung rascher und zielgerichteter statt. Dadurch wirkt ein Magnetfeld, in richtiger Weise aufgebracht, hervorragend bei Entzündungen, Verletzungen, Brüchen und allen Störungen, wo wieder Ordnung geschaffen werden muß. Aber auch auf den gesamten Organismus wirkt ein Magnetfeld kräftigend und erholsam, weil ein positiver, natürlicher Reiz in starker Form zugeführt wird. Damit kann die Magnetfeldtherapie bei allen Befindlichkeitsstörungen, bei Erschöpfung und Müdigkeit, bei Infektanfälligkeit und Allergie, bei Durchblutungsstörungen, Heilungsstörungen und allen, allgemeinen Entgleisungen des Organismus empfohlen werden. Die wissenschaftliche Erforschung dieser modernen Therapieform fördert wöchentlich neue, sinnvolle Anwendungsgebiete zu tage.
Top^ Bioresonanz: Viele Belastungen, denen wir tagtäglich ausgesetzt sind, schädigen uns nicht so sehr wegen ihrer materiellen Natur, sondern aufgrund der negativen Information, die sie in unseren Organismus einschleusen. Allergene zum Beispiel reizen das Immunsystem unter anderem aufgrund der schwächenden Information, mit der der Organismus nicht zurecht kommt. Die Bioresonanz kann aus unserem Körper negative Informationen wieder entfernen. Dabei wird mit einem speziellen Apparat die informative Schwingung einer Substanz abgenommen und anschließend mittels einer elektronischen Schaltung in das genaue Gegenteil umgedreht. Mit dieser „Gegeninformation“ oder „Gegenschwingung“ wird die negative Belastung im Körper gelöscht. Damit erhält der Organismus eine Belastungspause, in der er sich regenerieren und neue Kräfte schöpfen kann. Die Hauptbedeutung der Bioresonanz liegt im Bereich der Allergiebehandlung. Es gelingt, allergische Reaktionen des Körpers auf gewisse Reizstoffe wesentlich zu reduzieren, teilweise sogar ganz aufzuheben. Gerade in einer Zeit zunehmender Allergieerkrankungen gewinnt diese Methode daher sehr an Bedeutung.
Dr. med. Leopold Dorfer Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Kontrollierte Akupunktur und TCM Vorstandsmitglied und Referent der Europäischen Akademie für Akupunktur Lehrbeauftragter der Universität Graz für Akupunktur
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